WOFÜR üben?

Hast Du schon einmal überlegt WOFÜR  Du eigentlich übst?

Die Frage wirkt womöglich erstmal ziemlich sinnfrei. Natürlich übst Du Dein Instrument für Dich womit die Frage nach dem für WOFÜR üben ist schnell beantwortet ist, ……hm, oder vielleicht doch nicht?

Hier findest Du auch mein Video zu dem Thema

Vielleicht übst Du:

  • um das Stück zu können
  • um besser zu werden
  • weil meine Eltern es wollen
  • weil es mir Spaß macht

Aber hast Du Dir darüber schon mal wirklich Gedanken gemacht?
Überlegt man mal etwas genauer für WEN oder für WAS man tatsächlich übt, kommen einem oft auch noch andere Personen (für WEN) oder Ziele (Für WAS) in den Sinn.

  • für meine Eltern oder meine/n Partner/in (weil sie sich freuen, wenn ich gut spiele)
  • für meinen Lehrer (weil ich keinen Stress mit ihm will oder ich gelobt werden möchte
  • für ein anstehendes Konzert
  • für eine Aufnahmeprüfung
  • für einen bevorstehenden Wettbewerb (z.B. Jugend musiziert)
  • um mit meiner Band bekannt zu werden
  • um meine Bandkolleg*innen nicht zu enttäuschen

Du siehst, es gibt viele Gründe warum und damit auch WOFÜR man sein Instrument übt und welches Ziel man damit verfolgt. Warum aber könnte es wichtig sein, sich darüber Gedanken zu machen?

Die Sache ist die, wenn Du Dir im Klaren darüber bist was Dein Ziel beim Üben am Instrument ist und für WEN Du letztendlich übst, dann kannst Du Dein Üben wesentlich besser auf dieses Ziel ausrichten und dadurch wird Dein Üben deutlich effektiver – ein weiterer Schritt hin zum wirklich cleveren Üben.

Übst Du beispielsweise für ein bevorstehendes Konzert oder eine Aufnahmeprüfung (z.B. für ein Musikstudium), dann macht es Sinn sich auf die dort vorzutragenden Stücke zu fokussieren und diese in allen Details zu beleuchten, anstatt sich in seinem gesamten Repertoire zu verlieren und nichts richtig zu üben. Übst Du zum Beispiel für das all abendliche Lagerfeuer auf der nächsten Jugendfreizeit, dann schaust Du vielleicht eher darauf welche Songs gerade angesagt sind, welche sich besonders gut zum Mitsingen eignen oder wie Du die Songs auf nur einer Gitarre cool begleiten kannst. Omis nächster Geburtstag – Welches Stück mag sie am liebsten? Einfach nur weil Du einen Song besonders gut findest? Dann kommt es Dir vielleicht auf die Interpretation an oder genau den Sound deines Idols zu treffen.

Fassen wir also zusammen:
Das Wissen darum WOFÜR und für WEN und für WAS Du übst, hilft Dir dabei Dein Üben am Instrument effektiver zu gestalten und Deine Zeit zum Üben cleverer zu nutzen. Durch die Beantwortung der W-Fragen bekommst Du einen klaren Blick auf Dein Üben. Dadurch kannst Du viel gezielter die richtigen Methoden zum Üben am Instrument auswählen und kommst schneller an Dein Ziel.

Am Besten schaust Du direkt auch in die anderen Beiträge und Videos zu den 6 Ws beim Üben.

Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg mit Deinem Instrument und freue mich, wenn Du mir berichtest, wie Dir meine Tipps weiterhelfen.

 

WANN soll ich eigentlich Üben?

Stellst Du Dir auch die Frage WANN Du eigentlich Üben sollst?

Vielleicht hast Du einfach keine Zeit zum Üben am Instrument. Hm ja, dann könnten wir das Thema hier beenden und Du könntest Dein Instrument einfach in die Ecke stellen. Lass uns das Thema also mal etwas genauer anschauen.

Schaue Dir am besten dazu auch gleich das entsprechende Übedoc-Video an!
Darin behandele ich die Frage nach dem WANN üben noch genauer.

Jeder Mensch hat die gleiche Zeit zur Verfügung. Das sind in aller Regel 24 Stunden am Tag oder 168 Stunden in der Woche. In Minuten ausgedrückt stehen Dir also 10.080 Minuten pro Woche oder 1.440 Minuten pro Tag zur Verfügung. Achso, die Meisten von uns verfügen außerdem über insgesamt 365 Tage im Jahr.

Das klingt erstmal gar nicht so wenig. Warum also verflixt fehlt Dir immer die Zeit zum Üben?
Na ja, wenn wir die Sache logisch angehen gibt es ja so ein paar Dinge, die die zur Verfügung stehende Zeit etwas minimieren:

  • Schlafen = 7-8 Stunden (weniger geht, ist aber auf Dauer nicht wirklich gesund)
  • Arbeiten oder Schule = 5-8 Stunden
  • Fahrzeit zur Schule oder Arbeit = im Durschnitt 1 Stunde
  • Essen (alle Mahlzeiten zusammen) = 2 Stunden

Uuups, und schon bleiben (wenn man halbwegs optimistisch rechnet) nur noch 8 Stunden des Tages zum Gitarre üben übrig (Das gilt natürlich genauso für Klavier üben, Schlagzeug üben, Geige üben oder welches Instrument Du auch immer spielst ;o) )
Da selbst ich nicht ernsthaft annehme, dass Du voller Elan acht Stunden am Tag Gitarre übst, gehen wir mal davon aus, dass Du auch noch andere Hobbies und Verpflichtungen hast.
Vielleicht bist du in einem Sportverein oder Du passt öfter mal auf Deine Geschwister auf, musst hier und da auch mal im Haushalt helfen und *kotz* dann sind da ja auch noch die Hausaufgaben. Rechnen wir für all das im Durchschnitt nochmal 3 Stunden am Tag weg, bleiben nur noch 5 Stunden über. Unser Zeitpolster schmilzt ganz schön dahin.

Auch Du wirst sicher aus Erfahrung wissen, dass selbst diese übrig gebliebenen 5 Stunden in der Realität oft genug auch nicht über bleiben.

Weil es so wenig Zeit ist, wird diese vergleichsweise wertvoll. Denn all die schönen Dinge des Tages wollen in dieser knappen Zeit untergebracht werden. Wann also sollst Du innerhalb dieser paar Stunden Dein Musikinstrument üben und wie lange? (zum wie lange habe ich einen eigenen Artikel geschrieben)

Letztlich solltest Du Dir zuerst einmal einen Überblick über deine Zeit machen.
Dafür kannst Du den „Freiräume Üben – Wochenplaner“ herunterladen. Dort trägst Du wirklich alles ein, was innerhalb einer typischen Woche so los ist. Vergiss‘ dabei auch nicht so banale Dinge wie das morgendliche Zähneputzen, Frühstücken oder den zu erledigenden Wocheneinkauf. Wenn Du den ausgefüllten Plan dann vor Dir liegen hast, erkennst Du recht schnell wo sich regelmäßige Lücken auftun, die Du für das Üben am Instrument nutzen kannst.

Versuche Dir dann regelmäßige Zeitblöcke zu reservieren. Ob Du nun eher am morgen mit Deinem Instrument übst oder das Üben eher in die Abendstunden verlegst, ist erstmal egal. Sinnvoll ist natürlich eine Zeit zu wählen, in der Du entspannt und aufnahmefähig bist. Wir Menschen sind verschieden und Du weißt sicher ganz gut, ob Du eher ein früher Vogel oder ein Morgenmuffel bist.
Wichtiger als die Tageszeit ist die Regelmäßigkeit und das Üben am Instrument zu einem festen Ritual im Alltag zu machen. Denn so wie sich bestimmte Bewegungsabläufe beim Musizieren durch gutes Üben in einen stabilen Automatismus verwandeln, so kann auch eine feste tägliche Übezeit zu einem Automatismus entwickeln, der Dich deutlich weiter bringt als unregelmäßiges und ungeplantes Üben.

Die Antwort auf die Frage „Wann soll ich Üben?“ lautet also:

  • in regelmäßigen freien Zeiten (geplant durch einen Wochenplan)
  • zu festen Zeiten
  • zu einer Tageszeit zu der Du Dich wohlfühlst, entspannt und aufnahmefähig bist.